Mädchen setzt mit den Händen im Garten eine Pflanze ein.
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Wie ein Schulgarten mit dem Obst- und Gemüseverzehr von Kindern zusammenhängt

Ernährungsbildung in der Schule wirkt sich positiv auf den Obst- und Gemüseverzehr bei Kindern aus. Das zeigt eine Übersichtsarbeit australischer Wissenschaftler*innen. Dabei ist Ernährungsbildung dann besonders wirksam, wenn praktisches Ernährungslernen im Schulgarten, bei Verkostungen oder Kochaktionen stattfindet.

In einer systematischen Übersichtsarbeit haben Wissenschaftler*innen Studien untersucht, die die Wirksamkeit von schulischen Ernährungsbildungsprogrammen analysiert haben. Sie konzentrierten sich dabei auf Studien bzw. Programme, die auf Nachhaltigkeitsbildung für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren ausgerichtet waren und umweltbezogene Bildungsaspekte berücksichtigten. Aus weltweit fast 3.800 Studien extrahierten sie 18 Arbeiten, auf die die Kriterien in diesem Sinne zutrafen. Die Studien wurden zwischen 2000 und 2021 veröffentlicht; 15 Studien wurden in Ländern mit hohem Einkommen, 3 in Ländern mit niedrigem Einkommen durchgeführt. Sie umfassten insgesamt über 12.000 Kinder.

Wirksamkeit von Ernährungsbildung: Ergebnisse

  • Im Durchschnitt der Studien konnte ein signifikanter Anstieg des Obst- und/oder Gemüseverzehrs bei Kindern und eine signifikant höhere Aufgeschlossenheit hinsichtlich ihrer Obst- und Gemüseauswahl festgestellt werden.
  • Das Ausmaß der Auswirkungen war in der Hälfte der Studien zwar gering, jedoch zeigten 8 der 18 Studien einen erhöhten Verzehr von im Durchschnitt mindestens einer halben Portion Obst (75 g) und Gemüse (37,5 g) pro Tag. Die Wissenschaftler*innen bewerten selbst kleinere und kombinierte Verzehrerhöhungen von Obst und Gemüse mit Blick auf nicht-übertragbare Krankheiten als protektiv.
  • Dabei zeigten sich solche Ernährungsbildungsprogramme als besonders effektiv, die einen theoretischen Bildungsansatz mit praktischen Elementen kombinierten. Hierzu gehörte das Arbeiten im Schulgarten, die Verkostungen von Obst und Gemüse, Speisenzubereitung oder Kochaktivitäten.

Schulgarten, Lehrküche & Co: Kompetenzerwerb als Schulterschluss von Wissen und Handeln

Die Übersichtsarbeit unterstreicht nicht nur die Notwendigkeit von schulischen Ernährungsbildungsprogrammen für Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeitsbildung, sondern betont insbesondere das praktische Erfahrungslernen, so die Wissenschaftler*innen. Die Praxis im Schulgarten, die Ernte und anschließende Verarbeitung von Obst und Gemüse in Schul- oder Lehrküche oder im Klassenraum ist in Kombination mit einem theoretischen Bildungsansatz besonders wirksam, den Gemüse- und Obstverzehr bei Kindern positiv zu beeinflussen.

Quelle

  • Fay Karpouzis, Kim Anastasiou, Rebecca Lindberg, Adam Walsh, Smita Shah, Kylie Ball, Effectiveness of School-based Nutrition Education Programs that Include Environmental Sustainability Components, on Fruit and Vegetable Consumption of 5–12YearOld Children: A Systematic Review, Journal of Nutrition Education and Behavior, 2025, ISSN 1499-4046, https://doi.org/10.1016/j.jneb.2025.02.008

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